Fachtagung „Appgehängt?“ – Dokumentation
Am 25./26. November stand das Thema Mediensuchtprävention im Vordergrund. Die Berliner Landessuchtbeauftragte Heide Mutter und das Präventionszentrum hießen alle herzlich willkommen. Am ersten Tag ging es um die Themen Gaming und Social Media im Alltagskontext. Am zweiten Tag lag der Fokus auf dem Setting Schule. Es war ein bunter Mix aus interessanten Vorträgen, spannenden Diskussionen, Raum für Austausch sowie neuen Impulsen. Wir danken allen, die zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben. Unser besonderer Dank gilt den Suchthilfekoordinator:innen der Bezirke Tempelhof-Schöneberg, Reinickendorf und Treptow-Köpenick für ihre Unterstützung sowie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.
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Mehr InformationenSchule x Medien: Eure Ideen
“Wie geht ihr an deiner Schule mit privaten Handys um?” oder “Wie können Jugendliche einbezogen werden, damit eine gesunde Mediennutzung an Schule gelingt?” – Ideen und Erfahrungen der Teilnehmenden zu diesen und weiteren Fragen wurden auf Postkarten gesammelt und in einem Graphic Recording festgehalten.
“So machen wir das mit dem Handy!”
Wie geht ihr an deiner Schule mit privaten Handys um? Welche Erfahrungen hast du mit eher klaren oder lockeren Handyregeln gemacht? Was würdest du (anderen) Schulen im Umgang mit Handys empfehlen? Weitere Ideen waren:
- Geräte ausgeschaltet in der Schultasche
- Aushandlungsrunde mit Positionen aus der Elternschaft, dem Schüler:innenparlament und dem pädagogischem Personal
- Angebot einer Social-Media-Sprechstunde für Schüler:innen
- Obligatorische Handygarage
- Wer es im Griff hat, kann sein Handy in der Tasche lassen, ansonsten wird das Handy in ein Regal im hinteren Teil des Klassenraums abgelegt
- Handynutzung nur draußen in den Pausen und im Schulclub unter Aufsicht/Beisein von Sozialpädagog:innen
- Handynutzung im Schulgebäude nur Oberstufenschüler:innen in den Pausen erlaubt
- Keine Handys in der Grundschule: Geräte müssen ausgeschaltet im Ranzen/Rucksack bleiben
- Smartphones werden zu Beginn des Schultages im Handytresor abgegeben und die Schüler:innen bekommen es am Ende des Schultages wieder
- Generelles Handyverbot an der Schule
- Bewusste Nutzung von Handys im Unterricht, um sinnvolle Nutzung aufzuzeigen
“Jugendliche beteiligen!”
Wie können Jugendliche einbezogen werden, damit eine gesunde Mediennutzung an Schule gelingt? Wofür können sie dabei selbst Verantwortung übernehmen? Wie kann ihr Engagement sichtbar gemacht werden? Weitere Ideen waren:
- Aktive Zusammenarbeit mit der Gesamtschüler:innenvertretung
- Umfragen in der Schülerschaft “Wie wollen wir mit … umgehen?”
- Multiperspektivische AG Handynutzung zum Konzeptentwurf
- Einbeziehen der Schüler:innen bei der Aufstellung von Regelungen
- Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihre Ansichten, Wünsche und Vorschläge der Schulgemeinschaft zu präsentieren
- Vernetzung der Schülerschaft mit anderen Schulen
- Schüler:innen geben ihr Wissen zu Chancen und Risiken von digitalen Medien aktiv an Mitschüler:innen weiter
- Entwicklung der Handyregelung über Gesamtschüler:innenvertretung, über die in allen relevanten Gremien der Schule abgestimmt wird
Das braucht Berlin: Eure Forderungen
Eure Ideen für eine wirksame Prävention in den Bereichen Social Media, Gaming und E-Sports!
Erfolgreiche Präventionsarbeit braucht gesundheitsförderliche Verhältnisse und gute Rahmenbedingungen. Im Rahmen der Fachtagung wurden in zwei Vertiefungsworkshops Forderungen an verschiedene Akteur:innen und Handlungsfelder erarbeitet. Hier siehst du einige Ergebnisse. Diese werden von uns nun weiter bearbeitet und aufgegriffen.
Wachsende Gamesbranche – wachsende Verantwortung
Berlin soll zur Gaming-Metropole werden und ist bereits jetzt Standort vieler Unternehmen. Doch wie gehen wir mit Risiken wie exzessivem Spielverhalten um? Wie kann Suchtprävention auf die wachsende Games-Kultur reagieren? Die Workshop-Teilnehmenden diskutierten über mögliche Ansätze in verschiedenen Bereichen. Die daraus entstandenen Forderungen wurden in einem Graphic Recording festgehalten. Weitere Gedanken hierzu waren:
- Eltern beteiligen
- Bessere Finanzierung der Medienpädagogik
- Gesellschaftliche Relevanz der Jugendhilfe für die Prävention sichtbar machen
- Medienkompetenz als fester Bestandteil der Ausbildung/Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte
- Entscheidungsträger:innen sollten auf dem neuesten Stand sein
- Altersverifikation in Games & Transparenz zu Glücksspielelementen in Games
- Verpflichtende Präventionsbeauftragte in Games Branche
- Kooperation mit E-Sports Bereich als präventiver Ansatz
- Gaming-Branche zur Verantwortung ziehen
- Medienkompetenz und Lebenskompetenzförderung fächerübergreifend in Schule verankern
Social Media? – Ja, aber gesund!
Debatten zum Social Media-Konsum drehen sich einerseits oft um die Balance von Teilhabe, selbstbestimmter Nutzung und Lebensrealität, andererseits um Suchtrisiko und übermäßigem Gebrauch. Wie gelingt ein Umgang, der Überkonsum vermeidet und Handlungsfreiheit erhält? Die Workshop-Teilnehmenden diskutierten über mögliche Ansätze in unterschiedlichen Bereichen. Die daraus entstandenen Forderungen wurden in einem Graphic Recording festgehalten. Weiterführende Gedanken hierzu waren:
- Attraktive Angebote & Räume außerhalb der Online-Welt
- Forschungsgelder für Studien zur exakten Social-Media-Nutzung
- Transparenz über Algorithmen (Blackbox) von Plattformen
- Altersbeschränkungen mit Alterskontrollen
- Strikte Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften durch Plattformen
- Präventive Hinweise bei übermäßiger App-Nutzung (erste Hilfe Buttons)
- Bildungsnotstand ausrufen!
- Umsetzung von fächerübergreifenden Themen – Medienkompetenz, Gesundheitsförderung
- Lobby für Kinder und Jugendliche
- Förderung der Lebenskompetenz in verschiedenen Bereichen
- Beziehungskompetente Lehrkräfte ausbilden
- Angebote für Eltern zur kompetenten Begleitung ihrer Kinder
- Flächendeckende Beratungsangebote
- Bundeslandweite Haltung zu Smartphone und Social Media in Schulen
Die Perspektive der Jugendlichen
Feedback der Liveumfragen
Zu verschiedenen Zeitpunkten hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, ihre eigene Einstellung zum Thema mittels einer Mentimeter-Abstimmung darzustellen. Die Antworten und Aussagen der Teilnehmenden wurden live vor Ort abgebildet. Einige dieser Abstimmungsergebnisse haben wir auf den folgenden Folien für euch zusammengestellt.
Follow-up: Deine Möglichkeiten, dich weiter einzubringen
Erfolgreiche Präventionsarbeit von Verhaltenssüchten multiperspektivisch denken.
Landesprogramm Verhaltenssüchte









