Miteinander statt nebeneinander: Postkarte zur Woche der seelischen Gesundheit

Ein kurzer Blick aufs Handy während wir gerade miteinander sprechen? Das kann schnell passieren und ist auch ganz normal. Vielleicht, weil gerade eine Nachricht reinkommt, wir etwas nachschauen möchten oder einfach aus Gewohnheit zum Smartphone greifen.
Relevant wird es, wenn das Smartphone immer wieder dazwischenkommt und gemeinsame Momente unterbricht. Denn nicht der Blick aufs Handy an sich ist entscheidend, sondern die Frage, wie viel Aufmerksamkeit wir einander trotz dieser Unterbrechungen schenken.
Im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit (10.-20.10.2026) möchten wir deshalb genauer hinschauen: Wie beeinflusst das Smartphone unsere gemeinsame Zeit – und was kann dabei helfen, wieder mehr ungestörte Momente miteinander zu verbringen?
Was machen diese kurzen Ablenkungen mit uns?
Ein kurzer Blick aufs Handy kann mehr bewirken, als man im ersten Moment denkt. Nicht immer ist uns bewusst, welches Signal wir damit senden und wie es bei unserem Gegenüber ankommen kann.
- Was beim anderen ankommt: Ein Blick aufs Handy kann schnell so wirken, als wäre gerade etwas anderes wichtiger, auch wenn das gar nicht beabsichtigt ist.
- Nicht ganz bei der Sache: Wer während eines Gesprächs immer wieder aufs Smartphone schaut, bekommt möglicherweise weniger von dem mit, was die andere Person sagt oder zeigt.
- Ablenkung, die sich überträgt: Ein sichtbares oder hörbares Smartphone kann auch beim Gegenüber den Impuls auslösen, selbst aufs Handy zu schauen. Es entsteht schnell eine Art gegenseitige Ablenkung.
Dafür gibt es übrigens zwei Begriffe:
Technoferenz: Die Störung zwischenmenschlicher Interaktionen durch digitale Geräte
Phubbing: Das Ignorieren des Gegenübers zugunsten des Smartphones
Wie lässt sich das Thema ansprechen?
Wenn du merkst, dass dich die Ablenkung durch das Smartphone in gemeinsamen Momenten beschäftigt, kann es helfen, das einfach anzusprechen. Ein paar Möglichkeiten:
- Neugierig nachfragen: Vielleicht gibt es gerade einen guten Grund, warum das Handy wichtig ist. „Musst du gerade etwas Wichtiges checken?“ oder „Wartest du auf eine Nachricht?“
- Beschreiben, was bei dir ankommt: Statt zu bewerten, kannst du sagen, wie die Situation auf dich wirkt. „Wenn du während unseres Gesprächs immer wieder aufs Handy schaust, habe ich manchmal das Gefühl, dass du gerade nicht ganz bei mir bist.“
- Eine gemeinsame Lösung ausprobieren: Manchmal hilft es, es einfach gemeinsam zu testen. „Wollen wir die Handys beim nächsten Mal einfach in der Tasche lassen?“
Tipps, um digitale Ablenkungen zu reduzieren
Ganz ohne Smartphone geht’s meistens nicht – und das muss es auch nicht. Manchmal hilft aber schon eine kleine Veränderung, damit das Handy weniger oft dazwischenkommt. Probiert aus, was für euch im Alltag funktioniert. Es gibt dabei nicht die eine richtige Lösung. Wichtig ist vor allem, dass sie für euch beide passt.
- Lege das Smartphone aus dem Blickfeld: Wenn ihr gerade Zeit miteinander verbringt, kann es helfen, das Smartphone einfach wegzulegen, zum Beispiel in die Tasche statt auf den Tisch. So kommt ihr gar nicht erst so leicht in Versuchung, zwischendurch draufzuschauen.
- Reduziere Push-Benachrichtigungen: Nicht jede Nachricht muss sofort auf dem Display auftauchen. Push-Mitteilungen lassen sich ausschalten oder auf wichtige Apps beschränken. Vergiss dabei auch nicht die Benachrichtigungen, die auf deiner Smartwatch auftauchen. „Nicht stören“ oder der Flugmodus können ebenfalls helfen, wenn ihr gerade eure Ruhe haben wollt.
- Findet eure eigenen Regeln: Überlegt, wie ihr während eurer gemeinsamen Zeit mit dem Smartphone umgehen wollt. Was ist für euch okay und was stört euch? Möchtet ihr bestimmte Aktivitäten oder Zeiten ohne digitale Medien verbringen und wie könnt ihr ansprechen, wenn es einem von euch zu viel wird?
- Informiere dein Gegenüber: Manchmal muss man eben ans Handy. Ein kurzes „Ich muss da gerade kurz ran“ reicht meistens schon. So weiß die andere Person, warum die Aufmerksamkeit gerade woanders ist und muss sich nicht fragen, ob sie etwas falsch gemacht hat.
Weitere Informationen
Du bist auf der Suche nach weiteren Informationen und hast Lust, mehr über das Thema zu erfahren? Auf unserer Webseite findest du noch ergänzende Materialien zum Durchlesen oder direkt Ausprobieren.
- Was steckt hinter der Sogwirkung Sozialer Medien? In unserem Factsheet erfährst du, welche psychologischen Mechanismen Plattformen nutzen, um unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. > Zum Factsheet
- Wie gut kennst du dich mit Bindungsmechanismen aus? Teste dein Wissen in unserem Quiz! > Zum Quiz
- 5 Tipps für neue Gewohnheiten: Hier findest du Tipps für deine Handy-Routinen. Der Flyer zeigt dir, welche unterstützenden Einstellungen du auf deinem Smartphone vornehmen kannst. Wenn du willst, kannst du den Flyer auch kostenfrei bei uns bestellen. > Zu den Tipps
- Lust auf eine Challenge? Unsere Social Media Detox Challenge bietet fünf Tage hintereinander informative und unterhaltsame Anregungen für einen achtsameren Umgang mit Sozialen Medien direkt zum Ausprobieren. > Zur Challenge
- Selbsttest: Wie steht es um dein Nutzungsverhalten? Mache jetzt den Selbsttest und erhalte ein erstes Feedback dazu. > Zum Selbsttest
Miteinander statt nebeneinander: Postkarte zur Woche der seelischen Gesundheit

Ein kurzer Blick aufs Handy während wir gerade miteinander sprechen? Das kann schnell passieren und ist auch ganz normal. Vielleicht, weil gerade eine Nachricht reinkommt, wir etwas nachschauen möchten oder einfach aus Gewohnheit zum Smartphone greifen.
Relevant wird es, wenn das Smartphone immer wieder dazwischenkommt und gemeinsame Momente unterbricht. Denn nicht der Blick aufs Handy an sich ist entscheidend, sondern die Frage, wie viel Aufmerksamkeit wir einander trotz dieser Unterbrechungen schenken.
Im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit (10.-20.10.2026) möchten wir deshalb genauer hinschauen: Wie beeinflusst das Smartphone unsere gemeinsame Zeit – und was kann dabei helfen, wieder mehr ungestörte Momente miteinander zu verbringen?
Was machen diese kurzen Ablenkungen mit uns?
Ein kurzer Blick aufs Handy kann mehr bewirken, als man im ersten Moment denkt. Nicht immer ist uns bewusst, welches Signal wir damit senden und wie es bei unserem Gegenüber ankommen kann.
- Was beim anderen ankommt: Ein Blick aufs Handy kann schnell so wirken, als wäre gerade etwas anderes wichtiger, auch wenn das gar nicht beabsichtigt ist.
- Nicht ganz bei der Sache: Wer während eines Gesprächs immer wieder aufs Smartphone schaut, bekommt möglicherweise weniger von dem mit, was die andere Person sagt oder zeigt.
- Ablenkung, die sich überträgt: Ein sichtbares oder hörbares Smartphone kann auch beim Gegenüber den Impuls auslösen, selbst aufs Handy zu schauen. Es entsteht schnell eine Art gegenseitige Ablenkung.
Dafür gibt es übrigens zwei Begriffe:
Technoferenz: Die Störung zwischenmenschlicher Interaktionen durch digitale Geräte
Phubbing: Das Ignorieren des Gegenübers zugunsten des Smartphones
Wie lässt sich das Thema ansprechen?
Wenn du merkst, dass dich die Ablenkung durch das Smartphone in gemeinsamen Momenten beschäftigt, kann es helfen, das einfach anzusprechen. Ein paar Möglichkeiten:
- Neugierig nachfragen: Vielleicht gibt es gerade einen guten Grund, warum das Handy wichtig ist. „Musst du gerade etwas Wichtiges checken?“ oder „Wartest du auf eine Nachricht?“
- Beschreiben, was bei dir ankommt: Statt zu bewerten, kannst du sagen, wie die Situation auf dich wirkt. „Wenn du während unseres Gesprächs immer wieder aufs Handy schaust, habe ich manchmal das Gefühl, dass du gerade nicht ganz bei mir bist.“
- Eine gemeinsame Lösung ausprobieren: Manchmal hilft es, es einfach gemeinsam zu testen. „Wollen wir die Handys beim nächsten Mal einfach in der Tasche lassen?“
Tipps, um digitale Ablenkungen zu reduzieren
Ganz ohne Smartphone geht’s meistens nicht – und das muss es auch nicht. Manchmal hilft aber schon eine kleine Veränderung, damit das Handy weniger oft dazwischenkommt. Probiert aus, was für euch im Alltag funktioniert. Es gibt dabei nicht die eine richtige Lösung. Wichtig ist vor allem, dass sie für euch beide passt.
- Lege das Smartphone aus dem Blickfeld: Wenn ihr gerade Zeit miteinander verbringt, kann es helfen, das Smartphone einfach wegzulegen, zum Beispiel in die Tasche statt auf den Tisch. So kommt ihr gar nicht erst so leicht in Versuchung, zwischendurch draufzuschauen.
- Reduziere Push-Benachrichtigungen: Nicht jede Nachricht muss sofort auf dem Display auftauchen. Push-Mitteilungen lassen sich ausschalten oder auf wichtige Apps beschränken. Vergiss dabei auch nicht die Benachrichtigungen, die auf deiner Smartwatch auftauchen. „Nicht stören“ oder der Flugmodus können ebenfalls helfen, wenn ihr gerade eure Ruhe haben wollt.
- Findet eure eigenen Regeln: Überlegt, wie ihr während eurer gemeinsamen Zeit mit dem Smartphone umgehen wollt. Was ist für euch okay und was stört euch? Möchtet ihr bestimmte Aktivitäten oder Zeiten ohne digitale Medien verbringen und wie könnt ihr ansprechen, wenn es einem von euch zu viel wird?
- Informiere dein Gegenüber: Manchmal muss man eben ans Handy. Ein kurzes „Ich muss da gerade kurz ran“ reicht meistens schon. So weiß die andere Person, warum die Aufmerksamkeit gerade woanders ist und muss sich nicht fragen, ob sie etwas falsch gemacht hat.
Weitere Informationen
Du bist auf der Suche nach weiteren Informationen und hast Lust, mehr über das Thema zu erfahren? Auf unserer Webseite findest du noch ergänzende Materialien zum Durchlesen oder direkt Ausprobieren.
- Was steckt hinter der Sogwirkung Sozialer Medien? In unserem Factsheet erfährst du, welche psychologischen Mechanismen Plattformen nutzen, um unsere Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. > Zum Factsheet
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